OSTEOPATHIE

 

 

        Was ist Osteopathie?

 

 

Ablauf einer Osteopathischen Behandlung  

 

Zu Beginn jeder osteopathischen Behandlung steht die Untersuchung. Der Osteopath macht sich ein Bild von seinem Patienten, das sich aus verschiedenen Betrachtungsweisen zusammensetzt. Hierzu zählen neben anamnestischen Erkenntnissen und sichtbaren Veränderungen bzw. Anpassungen, Eindrücke die sich aus der manuellen Untersuchung ergeben.

Hierzu bedient sich der Therapeut unterschiedlicher Techniken, die ihm einen Blick auf verschiedene Qualitäten im Körper erlauben.

Bei der manuellen Untersuchung werden Informationen über den Bewegungsapparat, innere Organe und das kraniosakrale System (Schädel- und Gesichtsknochen, Hirnhäute, Liquor, zentrales Nervensystem) gesammelt.

 

Berücksichtigt werden dabei z.B. der sog. Primäre Respiratorische Rhythmus, die Beweglichkeit der Gewebe in sich und untereinander, Atmung und Bewegungsabläufe.

 

Zur Behandlung gefundener Funktionsstörungen und teilweise auch zur Untersuchung, bedient sich der Osteopath verschiedener Techniken, welche manuell ausgeführt werden.

(Hierzu zählen High-Velosity-Low-Amplitude-Techniken (HVLA) zur Korrektur von Strukturpositionierungen, Fascial-Release-Techniken zum Lösen von faszialen Strukturen, viszerale Techniken um Gleitverluste und auffällige Gewebsbefunde innerer Organe zu beheben, kraniosakrale Techniken zur Wiederherstellung des kraniosakralen Rhythmus und weitere.)

 

 

Nachwirkungen

 

Die osteopathische Behandlung bewirkt Veränderungen an dysfunktionalen Körpergeweben. Der Organismus benötigt nun Zeit um die Veränderungen zu integrieren und sich so einem Gleichgewicht der Gewebe anzunähern. Infolgedessen kann es in den folgenden Tagen zu Nachwirkungen der Behandlung kommen. Folgeerscheinungen können z.B. Schwindel, Kopfschmerz, Veränderung der Stimmung und des Schlafverhaltens, das Gefühl eines veränderten Ganges, oder auch eine initiale Verstärkung von Symptomen sein. Diese Erscheinungen klingen in aller Regel nach einigen Tagen ab. Manchmal führen diese auch zu einer Verunsicherung des Patienten, in solchen Fällen kann der Patient sich gerne beim Therapeuten Rat holen.

 

 

Verhaltensregeln nach der Therapie

 

Der Patient sollte dem Körper Zeit geben, die Veränderungen zu integrieren und gute Voraussetzungen für die Verarbeitung der Behandlung bereitstellen. 

              - Soviel Ruhe wie möglich und wie dem Patienten gut tut

              - Keine extremen körperlichen und psychischen Belastungen (z.B. kein Leistungssport)

              - Viel trinken und ausgewogene Ernährung

 

 

Wann ist Osteopathie sinnvoll

 

Zu jeder Zeit passt sich der Organismus an äußere Einflüsse an (Geburtstraumen, Zwangshaltungen in Beruf und Alltag, Verletzungen, gestörte physiologische Abläufe an Organen etc). Hieraus ergeben sich im Körper Dysbalancen, welche zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Es ist daher grundsätzlich, unabhängig von Alter und Konstitution, sinnvoll, Bereiche in welchen sich ein Ungleichgewicht zeigt durch osteopathische Techniken einem Gleichgewicht der Gewebe anzunähern, sodass innerhalb des Organismus möglichst gute Voraussetzungen für einen ungestörten Ablauf der Körperfunktionen geschaffen werden und ein Wohlbefinden eintreten kann. 

 

 

Wo sind die Grenzen der Osteopathie

 

Befindet sich ein Patient in einem Zustand schwerer, akuter gesundheitlicher Beeinträchtigung (beispielsweise akuter Herzinfarkt, schwere akute Infektionen, psychische Krisen und andere schwere Erkrankungen), ist die Osteopathie nicht die primäre Behandlungsmethode der Wahl. Hier ist es unerlässlich, dass der Patient sich umgehend in schulmedizinische Behandlung begibt. Die Schulmedizin hat in diesen Fällen die adäquaten Mittel, um einer Gefährdung des Patienten entgegenzuwirken. 

 

Eine osteopathische Anschlussbehandlung kann jedoch eine wertvolle Methode sein, um Folgen der Akuterkrankung vorzubeugen.

 

 

Osteopathie im Vergleich zur Schulmedizin

 

Osteopathie und Schulmedizin legen ihrer Arbeit übereinstimmend grundlegende Kenntnisse der Anatomie und Physiologie zugrunde und auch die Schulmedizin hat begonnen eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen in Ihre Betrachtungen zu integrieren, wie dies seit der Gründerzeit der osteopathischen Arbeit zugrunde liegt. 

            

Ein zentraler Unterschied liegt in der Herangehensweise. Während bei der schulmedizinischen Sichtweise vor allem die Krankheit und deren Behandlung im Zentrum stehen, fokussiert sich die Osteopathie in erster Linie auf die Unterstützung des Gesundheitspotentials. 

 

Im Unterschied zur Schulmedizin kommen in der osteopathischen Behandlung keine Geräte zum Einsatz. 

            

Sowohl die Osteopahthie als auch die Schulmedizin verfügen über wertvolle Mittel, um einen         möglichst optimalen Gesundheitszustand des Patienten zu erreichen. Hierfür ist es unerlässlich, die jeweiligen Stärken individuell auf den Patienten angepasst einzusetzen. 

 

 

Behandlungsintervalle

 

Dauer und Häufigkeit der Behandlung werden individuell an den Bedarf des Patienten, welcher sich aus dem vom Therapeuten erstellten Befund ergibt, festgelegt und werden im Anschluss an die erste Konsultation mit dem Patienten besprochen.

 

 

Geschichte:   

 

Der Begründer der Osteopathie, Andrew Taylor Still (1828-1917), lebte im mittleren Westen der USA und fungierte dort, in einer Zeit des Ärztemangels, die geprägt war durch den amerikanischen Bürgerkrieg, als Laienmediziner. Still, dem durch persönliche Schicksalsschläge die Unzulänglichkeit der Behandlungsmethoden jener Zeit für Krankheiten bewusst geworden war, begann nach einem Weg zu suchen, diese zu verbessern. 

 

Der Sohn eines Methodistenpredigers sammelte unter anderem Erfahrungen auf dem Gebiet der Medizin der Shawnee-Indianer und alternativer Heilmethoden und eignete sich im autodidaktischen Studium umfangreiche Kenntnisse über Anatomie an. Darüber hinaus war er ein überaus aufmerksamer Naturbeobachter. Er entwickelte die Sichtweise auf den menschlichen Körper als „Apotheke des Schöpfers“.  Die Erfahrungen welche er gemacht, die Erkenntnisse die er gewonnen hat und sein Talent komplexe Zusammenhänge zu erkennen, führten zur Entwicklung der Osteopathie, bei welcher die Hände des Therapeuten diagnostisches und therapeutisches Instrument sind und die Selbstheilungskräfte des Körpers im Mittelpunkt stehen.

 

Viele Behandlungserfolge und infolge große Zustimmung für die Osteopathie bei der Bevölkerung ermöglichte es ihm 1892 in seiner Heimatstadt Kirksville (Missouri) ein osteopathisches Behandlungszentrum und die Osteopathieschule American School Of Osteopathie (ASO) zu gründen. 

 

Die ebenfalls zu den Gründervätern der Osteopathie zählenden Schüler Stills, William Garner Sutherland und John Martin Littlejohn, forschten weiter auf dem Gebiet der Osteopathie und gaben ihrerseits wertvolle Impulse für ihre die Entwicklung.

Littlejohn gründete 1910 eine Osteopathieschule in London und führte so Anfang des 20ten Jahrhunderts die Osteopathie in Europa ein.

 

 

Ausbildung

 

Leider ist Osteopathie in Deutschland immer noch kein für Therapeuten mit angemessener Ausbildung geschützter Begriff. Es liegt daher auch in der Verantwortung des Patienten, im eigenen Interesse darauf zu achten, dass der Therapeut in dessen Hände er sich begibt, eine mindestens 5jährige (mind1350 UnterrichtseinheitenAusbildungszeit in Osteopathie an einer der führenden Schulen durchlaufen hat. Die Ausbildungsinhalte Osteopathie sind sehr komplex, ein fundiertes Wissen, sowie hinreichende technische Fähigkeiten können daher nicht in kürzerer Zeit erlernt werden.

 

 

Berufspolitik

 

Weitere Informationen über Osteopathie erhalten Sie auf der Seite des 

Bundesverband Osteopathie.

 

 

 

 

Behandlungskosten

 

Unabhängig von Kostenerstattungen durch private oder gesetzliche Versicherungen

erfolgt die Abrechnung der Behandlungskosten direkt mit der Praxis.

 

              Kostenübernahme durch private / gesetzliche Versicherungen

              Viele private und einige gesetzliche Versicherungen erstatten Kosten

              für osteopathische Behandlungen.

 Informationen hierzu erhalten sie bei:

 www.osteokompass.de

 Osteopathie-krankenkasse.de

 Bundesverband Osteopathie 

 

          Bei weiteren Fragen wenden sie sich gerne an ihren Therapeuten.